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Sanierung & Modernisierung

Fenster Sanierung unterstützt auch die Wärmedämmung (Bild)

Die Möglichkeiten, seine eigenen vier Wände zu modernisieren und sie damit energetisch auf den neusten Stand zu bringen, sind vielfältig. Laut einer im Februar 2012 veröffentlichten Statistik der KfW Bank, werden diese Möglichkeiten gerne genutzt: Bereits in den ersten beiden Monaten des Jahres 2012 wurde für energetische Sanierungen ein Fördervolumen von 1,7 Milliarden Euro zugesagt. Damit liegt das Volumen um 87% höher als im Vorjahreszeitraum, was die große Beliebtheit von Modernisierungsmaßnahmen eindeutig bestätigt. Doch das Vorhaben einer energetischen Sanierung geht immer auch mit vielen Fragen einher: Welche Maßnahmen lassen sich überhaupt treffen, für wen lohnen sich welche Maßnahmen, welche Kosten bringt eine solche Modernisierung mich sich und welche Fördermöglichkeiten können genutzt werden?

Trends im Bereich des Energieverbrauchs

In Deutschland ist die Bereitschaft, den Energiebedarf der eigenen Immobilie zu senken, aktuell sehr hoch. Das liegt unter anderem an den steigenden Preisen für Heizenergie. So ist laut des Bundesweiten Heizspiegels 2012 (Herausgeber co2online gemeinnützige GmbH) der Preis für Heizöl im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 24,5% angestiegen. Auch Fernwärme (plus 7,5%) und Erdgas (plus 4,5%) sind deutlich teurer geworden. Dieser Trend wird aufgrund des steigenden Energiebedarfs und sinkender Vorräte auch weiterhin Bestand haben, so dass sich eine energetische Sanierung allein aus finanzieller Sicht häufig lohnt. Die Preissteigerungen im Energiebereich haben in den letzten Jahren für verschiedene weitere Trends gesorgt. Beispielsweise wird die Möglichkeit einer eigenen Solaranlage häufig in Anspruch genommen und auch die Wärmedämmung gehört zu den beliebtesten Maßnahmen in diesem Bereich.

Welche Möglichkeiten gibt es im Rahmen einer energetischen Sanierung?

Wer eine energetische Sanierung plant, hat diesbezüglich verschiedene Optionen. Eine Wärmedämmung des Dachs, der Außenwände und/oder der Kellerdecke sorgt dafür, dass weniger Wärme nach außen abgegeben wird und die durch Sonneneinstrahlung gewonnene Wärme im Haus genutzt werden kann. Ergänzend schließen moderne Fenster die Gebäudehülle auch an den Öffnungen wirksam ab. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, in eine moderne Heizungsanlage mit einem deutlich geringeren Energieverbrauch zu investieren. Darüber hinaus kann die Nutzung von Erdwärme durch Einbau einer Erdwärme-Pumpe weitere Einsparungen mit sich bringen.


Die Möglichkeiten einer energetischen Sanierung im Überblick:
  • Wärmedämmung (Dach, Außenwände, Kellerdecke)
  • Fensteraustausch (als Unterstützung der Wärmedämmung)
  • Investition in eine effizientere Heizungsanlage
  • Erdwärmenutzung

Welche Maßnahmen lohnen sich wann?

Bei der Durchführung von Sanierungsmaßnahmen ist auch der eigene finanzielle Spielraum ausschlaggebend. Eine neue Heizungsanlage sorgt zwar für eine mitunter recht große Energieeinsparung, kostet jedoch in der Anschaffung zunächst viel Geld.
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Eine Wärmedämmung ist hingegen zumindest teilweise recht günstig umzusetzen und führt bereits zu ersten kleinen Einsparungen. Bei der Dämmung der Kellerdecke oder des Dachbodens sollte man immer im Blick behalten, ob man diese Räume als Wohnraum nutzen möchte. Ist dies nicht der Fall, können sie auch von der Dämmung ausgenommen werden. Als Ersatz wird dann die Decke des Kellers als Außenwand behandelt und entsprechend gedämmt. Letztendlich kommt es immer darauf an, wie viel Geld für eine Modernisierung zur Verfügung steht und welche Ziele man mit der Sanierung verfolgt.

Welche Vorteile bringt eine energetische Sanierung?

Die entscheidenden Vorteile einer thermischen Sanierung liegen klar auf der Hand. In erster Linie können durch entsprechende Maßnahmen die Energiekosten deutlich abgesenkt werden. In Altbauten ist durch eine grundlegende Sanierung ein Sparpotenzial zwischen 50% und 80% realisierbar. Zudem kann sich beim Erreichen des Niedrigenergie-Standards eine Sanierung von neueren Gebäuden ebenfalls lohnen. Ein weiterer Pluspunkt besteht in der Verbesserung des Raumklimas. Die Dämmung sorgt sowohl im Sommer als auch im Winter für eine wesentlich angenehmere Raumtemperatur. Dieser Umstand beugt auch der Schimmelbildung vor. Ferner ist man als Hausbesitzer durch eine energetische Sanierung bereits bestens für die Zukunft gewappnet, sollte die Umweltgesetzgebung bessere energetische Maßnahmen an Häusern vorsehen. Als zusätzlicher Vorteil sollte die Wertsteigerung der eigenen Immobilie hervorgehoben werden. Mit einer entsprechenden Modernisierung lässt sich später für das Haus oder die Wohnung ein deutlich höherer Verkaufspreis erzielen.

Die Vorteile einer energetischen Sanierung im Überblick:

  • Deutliche Absenkung der Energiekosten
  • Verbesserung des Raumklimas
  • Vorbeugung von Schimmelbildung
  • Vorbereitung auf zukünftige strengere Umweltvorschriften
  • Wertsteigerung der eigenen Immobilie

Welche Kosten bringt eine energetische Sanierung mit sich?

Die Kosten, die im Rahmen einer Modernisierung anfallen, hängen stark von den gewählten Maßnahmen ab. Wer eine komplette energetische Sanierung durchführt, muss jedoch mit recht hohen Ausgaben rechnen. Aber auch innerhalb der einzelnen Maßnahmen können die Kosten stark variieren. Wer beispielsweise bei der Dachdämmung eine Untersparrendämmung von innen durchführt, zahlt wesentlich weniger als bei einer Aufsparrendämmung, die von außen auf die Dachsparren aufgetragen wird. Dafür verliert man bei der Untersparrendämmung, weil sich die Deckenhöhe verringert.

Eine Beispielrechnung soll aufzeigen, welche Kosten für eine energetische Sanierung eingeplant werden sollten:

Dachdämmung (70 qm Grundfläche, 120 Euro pro qm): 8.400 Euro
Moderne Heizung mit Holzpellets: 12.000 Euro
Kellerdeckendämmung (70 qm Grundfläche, 20 Euro pro qm): 1.400 Euro
Außenwanddämmung (160 qm – 2 Etagen, 90 Euro pro qm): 14.400 Euro
Fensteraustausch (6 qm, 300 Euro pro qm): 1.800 Euro
Gesamt: 38.000 Euro

Diese Beispielrechnung kann im Einzelfall erheblich abweichen, da auch der Zustand des betreffenden Hauses maßgeblich ist. Des Weiteren kann je nach Dämmstoffen und Arbeitslohn auch der Preis differieren. Als erste Orientierungsgröße dürfte eine solche Rechnung jedoch aufzeigen, mit welchen Kosten man ungefähr kalkulieren muss.

Welche Förderungsmöglichkeiten lassen sich in Anspruch nehmen?

Energetische Modernisierungen am eigenen Haus werden durch den Staat über die KfW Bank gefördert. Hier lassen sich günstige Darlehen oder auch Investitionszuschüsse beantragen, die später nicht zurückgezahlt werden müssen. Wer zudem einen bestimmten Energiestandard erreicht, erhält einen Tilgungszuschuss der KfW Bank, der die Kreditkosten deutlich absenkt.

Im Folgenden werden die drei wichtigsten verfügbaren Förderprogramme rund um die energetische Sanierung genauer vorgestellt:

Das KfW-Förderprogramm „Energieeffizient sanieren“ (Nr. 151)

Das Förderprogramm Nr. 151 „Energieeffizient sanieren“ der KfW Bank fördert Komplettsanierungen eines Gebäudes. Dazu gehören Maßnahmen wie die Wärmedämmung des Dachs, der Kellerdecke, des Dachbodens, der Außenwände und der Fenster. Ferner wird auch die Erneuerung der Heizungsanlage als förderungswürdig angesehen. Als Förderungsmittel steht hierbei ein vergünstigtes Darlehen zur Verfügung (aktueller Zinssatz: ab 1,00% p.a. – Stand: Juli 2012). Dabei werden Kreditsummen von bis zu 75.000 Euro pro Wohneinheit vergeben. Des Weiteren kann beim Erreichen eines KfW-Niedrigenergiestandards ein Tilgungszuschuss gezahlt werden, der abhängig von der Wirksamkeit der Maßnahmen eine Summe von bis zu 9.375 Euro beträgt.

Merkmale der Förderprogramme zu Sanierung und Modernisierung (Bild) Die wichtigsten Merkmale des Förderprogramms Nr. 151 im Überblick:
  • Vergünstigte Darlehen mit niedrigen Zinssätzen
  • Darlehenssumme von bis zu 75.000 Euro pro Wohneinheit
  • Tilgungszuschuss von bis zu 9.375 Euro (je nach erreichtem Energiestandard)

Das KfW-Förderprogramm „Energieeffizient Sanieren – Einzelmaßnahmen“ (Nr. 152 und 430)

Im Rahmen der Förderprogramme Nr. 152 und 430 der KfW werden auch energetische Einzelmaßnahmen gefördert. Hier kann der Interessent zwischen einer Kreditvariante (Nr. 152) mit einem vergünstigten Darlehen und einer Zuschussoption (Nr. 430) wählen, bei der ein nicht zurückzuzahlender Investitionszuschuss gezahlt wird.

Dabei werden unterschiedliche Einzelmaßnahmen gefördert, sofern sie den technischen Mindestanforderungen der KfW Bank entsprechen. Ist dies der Fall, lassen sich in der Kreditvariante vergünstigte Darlehen (ab 1,00% effektivem Jahreszins – Stand: Juli 2012) von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit in Anspruch nehmen. Die Zuschussvariante bietet bei Einzelmaßnahmen einen Zuschuss von 7,5% der förderungsfähigen Kosten, maximal jedoch 3,750 Euro pro Wohneinheit.

Die wichtigsten Merkmale der Förderprogramme Nr. 152 und 430:

  • Vergünstigtes Darlehen mit attraktivem Zinssatz (Kreditvariante)
  • Bis zu 50.000 Euro Kreditsumme pro Wohneinheit
  • Zuschüsse für Einzelmaßnahmen in Höhe von 7,5% der förderungsfähigen Kosten (Zuschussoption)
  • Maximal 3.750 Euro pro Wohneinheit als Zuschuss

Wer kann welche Förderungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen?

Die Förderungsmöglichkeiten der KfW Bank sind nicht an das Einkommen einer Person gebunden. Es müssen lediglich alle Kriterien der Förderungswürdigkeit erfüllt werden. Zu beachten ist zudem, dass der Antrag auf Förderung vor Beginn der Maßnahmen gestellt wird. Bei der Wahl des Programms kommt es darauf an, ob eine komplette energetische Sanierung durchgeführt werden und ein entsprechender KfW-Energiestandard erreicht werden soll. Ist dies nicht der Fall, ist die Förderung für Einzelmaßnahmen die richtige Wahl. Hier kann auch der Investitionszuschuss eine interessante Möglichkeit darstellen, sofern Eigenkapital vorhanden ist. Grundsätzlich kommt es bei der Wahl der Förderungsmaßnahmen in erster Linie auf die persönliche Situation und die Ziele an.

Die wichtigsten Aspekte zu den Förderungsmöglichkeiten im Überblick:

  • Bei energetischen Komplettsanierungen auf das KfW-Programm 151 setzen
  • KfW-Niedrigenergiestandard anstreben und satten Tilgungszuschuss nutzen
  • Einzelmaßnahmen über das KfW-Programm 152 finanzieren
  • Bei ausreichendem Eigenkapital den Investitionszuschuss (Programm 430) in Anspruch nehmen

Energieberater – wichtige Tipps zur Energieberatung

Da eine energetische Sanierung viele wichtige Fragen aufwirft, ist es sinnvoll, das Sanierungskonzept mit einem Energieberater auszuarbeiten.

Was leistet ein Energieberater?

Ein Energieberater kann viele hilfreiche Tipps bezüglich einer energetischen Sanierung geben. Dazu gehört beispielsweise eine Einschätzung der Wirksamkeit bestimmter Sanierungsmaßnahmen und die Berechnung des möglichen Sparpotenzials. Darüber hinaus sollte ein Energieberater in der Lage sein, technisch einwandfreie Sanierungsmaßnahmen vorzuschlagen bzw. die geplanten Maßnahmen daraufhin zu überprüfen und zu optimieren. Dies ist vor allem zur Sicherstellung einer potenziellen Förderung wichtig, da ansonsten keine Förderung durch die KfW Bank erfolgen kann.

Die wichtigsten Leistungsmerkmale eines Energieberaters im Überblick:
  • Einschätzung der Wirksamkeit geplanter Sanierungsmaßnahmen
  • Berechnung des möglichen Sparpotenzials
  • Vorschläge für technisch einwandfreie Sanierungsmaßnahmen
    (zur Sicherstellung der Förderung)
  • Optimierung der geplanten energetischen Sanierung
Leistungsmerkmale eines Energieberaters (Bild)

Welche Kosten bringt eine Energieberatung mit sich?

Die Kosten, die für eine Beratung durch einen Energieberater anfallen, sind vom jeweiligen Einzelfall und dem Berater selbst abhängig. Grundsätzlich geht man jedoch von durchschnittlich 500-700 Euro für ein Einfamilienhaus aus. Wer einen antragsberechtigten Energieberater wählt, kann von der KfW eine Förderung in Form eines Zuschusses erhalten. Dieser beläuft sich bei einem Ein- oder Zweifamilienhaus auf 300 Euro. Verfügt das Haus über mehr als drei Wohneinheiten, erhöht sich die Förderung sogar auf 360 Euro.

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Wie findet man einen passenden Energieberater?

Einen Energieberater, für den eine Förderung von der KfW beantragt werden kann, findet man mit Hilfe der Energieeffizienz-Expertenliste der Deutschen Energieagentur GmbH (dena). In dieser Liste werden im Regelfall nur Energieberater geführt, die über die nötige Qualifikation verfügen. Bisher gilt die Bezeichnung „Energieberater“ nicht als geschützter Beruf, weshalb es zum Teil erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Qualität der Beratung gibt. Die Richtlinien für eine Förderung sehen vor, dass der Berater entweder erfolgreich an einem Lehrgang der Handwerkskammern teilgenommen hat oder alternativ als Architekt oder Ingenieur die notwendige Qualifikation durch Weiterbildung erlangt. Wer bei der Suche nach einem Energieberater genau hinschaut, bekommt nicht nur ein klug durchdachtes Konzept für seine energetische Sanierung, sondern kann hierbei auch die Förderung nutzen.

Fazit zur energetischen Sanierung

Die energetische Sanierung des eigenen Hauses ist ein Schritt, der besseren Umweltschutz mit finanziellen Vorteilen kombiniert. Trotzdem bedarf es hier vor allem einer durchdachten Vorbereitung, um letztendlich auch alle Vorteile, die eine solche Modernisierung mit sich bringt, genießen zu können. Zu diesem Zweck sollte man zunächst zusammen mit einem qualifizierten Energieberater ein Konzept erarbeiten und sich entsprechende staatliche Förderungen sichern. Wer diesbezüglich alle wichtigen Vorbereitungen trifft, kann nach Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen von geringeren Heizkosten, einem besseren Raumklima und einer Wertsteigerung seiner Immobilie profitieren.

Redaktioneller Hinweis
Die Informationen wurden Ihnen von der Redaktion des Portals www.immobilienfinanzierung.com präsentiert. Das Portal gehört zur Aslander & Fromeyer Vergleichsportale GmbH.


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