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Schädlinge in der Küche: Manchmal steckt der Wurm drin

Schädlinge in der Küche: Manchmal steckt der Wurm drin  (Bild)Die Larve einer Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) ist kein willkommener Anblick in der Wohnung | Foto: Pudding4brains

Sie sind nicht nur eine Plage, sondern strapazieren auch unser Ekelgefühl: Schädlinge im Haushalt. Vor allem wenn es an unsere Vorräte geht wie Mehl- und Teedosen, Trockenobst und Gewürze, sind zur Bekämpfung unerwünschter Mitbewohner effektive Maßnahmen und Gründlichkeit gefragt.

Lebensmittelmotte

Die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) befällt Trockenobst, Getreide, Nüsse, Gewürze, Tee und auch Nagertiernahrung. Zumeist hat die Motte bereits beim Kauf das Lebensmittel befallen und wird so in den Haushalt gebracht. Die weibliche Motte kann bis zu 300 Eier legen. Die Raupen verpuppen sich nach ca. 3 Wochen. In diesem Stadium kann der Befall schnell entdeckt werden, da sich die Raupen zum Verpuppen in Nischen oder teils an den Wänden empor zur Decke bewegen und dort als kleine ca. 15 mm lange Puppe sichtbar sind. Bereits nach einer Woche schlüpft aus den Puppen die neue Mottengeneration.

Bekämpfen Sie die Motten am besten durch schnelle Reaktion, in dem Sie alle Puppen und umherfliegende Motten entfernen. Hierzu versuchen Sie bestmöglich Nischen, Ritzen und Kanten zu reinigen. Für die Motte geeignete Lebensmittel ohne Befall verschließen Sie luftdicht. Um bereits befallene Lebensmittel mottenfrei zu bekommen, empfiehlt sich ein Einfrieren im Tiefkühlschrank über drei Tage.

Umherfliegende männliche Motten lassen sich mit Pheromonfallen aus dem Drogeriemarkt einfangen, welche im oder auf dem Schrank platziert werden. Hier kleben die Motten fest und werden samt Falle über den Hausmüll entsorgt. Allerdings verbleiben die weiblichen und eventuell begatteten Motten im Haushalt. Aus diesem Grund bietet die Pheromonfalle keine hundertprozentige Lösung. Eine andere, sehr sichere Methode ist die Bekämpfung über Schlupfwespen, sogenannten Trichogrammen, bei denen es sich um die natürlichen Feinde der Motte handelt. Diese mit 0,3 mm sehr kleinen Mikroorganismen befallen als Parasiten die Motteneier und töten die Motte ab. Sobald die Nahrungsgrundlage für die Schlupfwespe fehlt, sterben auch diese ab. Diese Art der Bekämpfung lässt sich ebenso bei Kleidermotten anwenden. Bestellen lassen sich diese winzigen Helfer sogar über das Internet und sind ab 29 Euro erhältlich.

Brotkäfer

Ein eher unscheinbares Insekt ist der nur 2 bis 4 mm kleine Brotkäfer (Stegobium paniceum), der sich nicht nur von Brot, sondern auch von Nudeln, Nüssen, sonstigen Backwaren, Schokolade, Kork und Trockengestecken ernährt. Er gilt als der „Allesfresser“ unter den Vorratsschädlingen. Das Weibchen legt bis zu 100 Eier, aus denen nach ca. 3 Monaten neue Käfer herangewachsen sind. Die Käfer gelangen meist durch offen stehende Fenster in den Haushalt oder werden, wie die Lebensmittelmotte, einfach mit eingekauft. Zum Prüfen, ob es sich bei einem Schädlingsbefall um den Brotkäfer handelt, können Sie Klebefallen mit Pheromonen einsetzen. Potenziell befallene Lebensmittel können Sie wenige Tage im Tiefkühlschrank verstauen. Wie bei der Lebensmittelmotte gilt, alle Ritzen und Kanten des Küchenschranks, Regals oder Vorratsraumes gründlich auszusaugen und generell die Lebensmittel luftdicht zu lagern. Zur Vernichtung der Käfer sind im Handel zudem Insektensprays erhältlich, welche allerdings nicht in der Nähe von Nahrungsmitteln angewandt werden dürfen.

Silberfischchen

Bei den Silberfischchen (Lepisma saccharina) handelt es sich um kleine, silbrige Insekten mit einer Länge von 15 mm, die zu den sogenannten Urinsekten gehören und keine Flügel besitzen. Sie sind nachtaktiv und halten sich gern an feuchten, warmen Orten in der Küche, in Ritzen, unter Regalen und am Mülleimer auf. Sie gelten als Material- bzw. Hygieneschädling und verursachen Schäden durch Fraß z.B. an Mehl, Grieß, Zucker oder Haferflocken, aber auch Bucheinbänden und Papier.

Aufgrund ihrer Geschwindigkeit ist ein Einfangen recht schwierig. Klebefallen bieten sich zur Bekämpfung dieser Schädlinge an sowie Fraßköder und Ungeziefersprays. Als preiswerter Haushaltstipp kann auch eine zerriebene Kartoffel auf einem Blatt Papier probiert werden, unter welches die Fischchen nachts kriechen und entsorgt werden können.

Neben diesen drei sehr häufig vorkommenden Schädlichen befallen auch andere Käfer- und Mottenarten organische Substanzen im Haushalt wie unbehandelte Holzmöbel, Leder, Wolle, Federdekorationen, Teppich aus Naturmaterial, getrocknete Pflanzen, Pelz und Tapete. Im Handel werden zu jedem unliebsamen Gast Mittel und Möglichkeiten geboten, damit Sie sich schnell wieder in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus wohl fühlen können.

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