Objekt
In Gosswitz wurde erstmals 1345 ein Vorwerk erwähnt. Das genaue Baujahr ist nicht bekannt. Fest steht lediglich, daß das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert stammt, vermutlich aus dem 1765. Im Jahr 1777 Schloß Gosswitz zum Rittergut erhoben. Auf diesem wurde in den Jahren zwischen 1914 und 1916 das heutige Schloß Gosswitz erbaut. Dieses besteht aus einem Haupthaus in neoklassizistischer Form und daran angeschlossenen niedrigeren Flügelbauten. Auf dem Dach des Haupthauses wurde eine Sternwarte errichtet, deren Kuppel auch heute noch zu erkennen ist.
Nachdem die damaligen Besitzer 1945 enteignet wurden, wurde das Schloss zunächst als Wohngebäude genutzt und diente ab 1949 als Heim für Schwerbehinderte, ab 1992 für geistig Behinderte. In den Jahren 1997/1998 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt.
Ausstattung
Schloß Gosswitz liegt in einem ca. 11.400 m² großen Park mit schönen alten Kastanien, Linden, Buchen und Eichen und einem alten Brunnen. In den Nebengebäuden befinden sich das Kesselhaus mit einer modernen Heizungsanlage und Warmwasserspeichern sowie ein Öltank mit 40.000 l Tankinhalt. Außerdem wurden in dem Kesselhaus bereits Vorbereitungen zum Einbau von Wohnungen getroffen. Diese waren gedacht, um einem Hausmeister die Möglichkeit zu verschaffen, direkt am Schloß wohnen zu können.
Im näheren Umfeld befinden sich Nebengebäude, in denen früher die zum Schloß gehörenden Ställe untergebracht waren. Diese gehören nicht zum Angebot, da diese sich in fremdem Eigentum befinden.
In den Jahren 1997/1998 wurde eine umfangreiche Renovierung durchgeführt. Hierzu gehörte der Einbau einer neuen ölbefeuerten Zentralheizung, eines Personenaufzugs, Erneuerung eines Teils der Bäder und Toiletten, Überarbeitung der Türen und Fenster, Erneuerung der Elektrik inklusive des Einbaus von Brandmelde- und Einbruchmeldeanlagen. Ferner wurden am Dach umfangreiche Reparaturarbeiten vorgenommen, Dachrinnen und Fallrohre erneuert und die Fassade saniert. Aufgrund behördlicher Auflagen wurde eine Außentreppe als zusätzlicher Fluchtweg errichtet.
Hervorzuheben ist der gute Zustand der Fußböden aus Parkett und Dielen sowie die original erhaltenen Einbauschränke. Auch die Holztüren, teilweise mit Glasausschnitten, sind original erhalten, ebenso die Holzfenster, teilweise mit Glasmalereien. In mehreren Räumen sind die hohen Decken mit sichtbaren Holzbalken versehen. Die weitere Ausstattung befindet sich in einem guten dekorativen Zustand. Die ehemals vorhandenen offenen Kamine sind nicht mehr in Betrieb, jedoch dekorativ dem ehemaligen Zustand gut angepaßt. Eine erneute Inbetriebnahme müßte mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger abgestimmt werden.
Für die hier beschriebenen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten wurden erhebliche Mittel aufgewandt, die nicht nur der Substanzerhaltung dienen sondern auch den optischen Eindruck des Gebäudes in einem besonderen Licht erscheinen lassen. Es ist dennoch davon auszugehen, daß noch erhebliche Investitionen bis zur erneuten Nutzung erforderlich sein werden, dies abhängig von dem Nutzungszweck und den persönlichen Vorstellungen des künftigen Schloßherrn.
Unabhängig von den bisher vorgenommenen Arbeiten sind weitere Arbeiten erforderlich, um eine angemessene Nutzung des Schlosses zu erreichen. Die dafür aufzuwendenden Kosten müßten individuell ermittelt werden.
Die Wohnfläche beträgt ca. 750 m². Hinzu kommen rund 840 m² Nebenflächen, davon rund 500 m² Nutzflächen insbesondere in den Flügelbauten.
Im Keller des Haupthauses befindet sich die ehemalige Küche, die aufgrund des zum Schloßpark hin abfallenden Geländes volles Tageslicht hat. Die Einrichtung ist nicht mehr vorhanden. Es gibt jedoch noch alle Anschlüsse. Im Keller befinden sich ferner umfangreiche Lagerräume sowie eine Kühlraum.
Unter dem Vollkeller des Haupthauses befindet sich noch ein Teilkeller, der früher offenbar als Weinkeller genutzt wurde und sicher auch wieder so genutzt werden kann. In einem dieser Räume im Teilkeller im Bereich unter der Küche sind Fettabscheider installiert.
Außerdem gibt es im Keller Sanitärräume für Gemeinschaftsduschen, Waschräume und WC-Anlagen.
In den Flügelbauten befinden sich 2 Garagen sowie eine kleine Werkstatt, um Reparaturarbeiten direkt im Schloß ausführen zu können.
Lage
Schloss Gosswitz liegt 17 km westlich der Hochschulstadt Görlitz und ist ein Ortsteil der "Landstadt" Reichenbach (sorbisch Rychbach). Auf der Bundesstraße 6 sind es nur ca. 20 Minuten Fahrtzeit nach Görlitz. Es gibt aber auch eine gute Busverbindung und einen Bahnanschluss.
Zur Autobahn A4 sind es ca. 9 km, 11 Minuten. Von hier aus ist Dresden in wenig mehr als einer Stunde erreichbar.
Von Gosswitz aus können Sie über gut ausgebaute Straßen in nur 2,5 Stunden in Prag sein oder über die A 4 in 2 Stunden in Wroclaw (Breslau).
Der Görlitzer Flugplatz, der 1925 eröffnet wurde, befindet sich am nordwestlichen Stadtrand unmittelbar an der Bundesstraße 6. Er verfügt über eine 750 m lange Graspiste und wird hauptsächlich vom ortsansässigen Görlitzer Flugsportclub, aber auch von anderen Flugvereinen genutzt. Touristen werden Rundflüge mit Motor-, Segel- oder Ultraleichtflugzeugen über die Stadt, das Zittauer Gebirge und das Lausitzer Bergland angeboten.
Etwa 30 km nördlich der Stadt befindet sich der Verkehrslandeplatz Rothenburg/Görlitz. Mit einer Rollbahnlänge von 2.500 m kann er für Flugzeuge bis zu 14 t genutzt werden.
Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands und Kreisstadt des Landkreises Görlitz. Die Stadt liegt in der niederschlesischen Oberlausitz an der Lausitzer Neiße, die dort seit 1945 die Grenze zu Polen bildet. Der östlich der Neiße gelegene Teil der Stadt wurde durch die Grenzziehung in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg abgetrennt und bildet seitdem die eigenständige polnische Stadt Zgorzelec.
Görlitz besitzt eine der am besten erhaltenen Altstädte Mitteleuropas und ist wegen seiner unversehrten Altstadt beliebter Drehort für Filme mit historischer Kulisse. Görlitz gilt mit seinen ca. 4.000 Denkmälern als größtes Flächendenkmal Deutschlands. Unter den Denkmalen befinden sich sowohl profane als auch sakrale Bauwerke aus allen Stilepochen zwischen Spätgotik und Jugendstil.
Am 13. Juli 1992 wurde Görlitz mit Gründung der Hochschule Zittau/Görlitz (FH) (University Of Applied Sciences) Hochschulstadt. Derzeit sind rund 3.800 Studierende aus 32 Nationen in 41 Studiengängen immatrikuliert. Es haben sich internationale Netzwerke gebildet, womit Görlitz als internationaler Bildungsstandort weit über seine Grenzen hinaus wirkt.
Sonstiges
Aufgrund seiner Lage bietet Schloß Gosswitz sehr viele Nutzungsmöglichkeiten. So können Sie dies Objekt als luxuriöses Wohnhaus nutzen und dort gleichzeitig Ihrer freiberuflichen Tätigkeit nachgehen. Auch als repräsentativer Firmensitz ist das Schloß durchaus geeignet.
Zu erwähnen wäre noch, dass aufgrund des Personenfahrstuhls das Gebäude durchaus auch für betreutes Wohnen im Alter geeignet ist. Denkbar wäre auch die Möglichkeit einer Nutzung als Schulungseinrichtung mit Unterbringungsmöglichkeit für Lehrgangsteilnehmer und Dozenten. Die Nähe zur Hochschulstadt Görlitz eröffnet weitere Überlegungen.
Wenn Sie mehr über dieses außergewöhnliche Gebäudeensemble wissen möchten oder eine Besichtigung wünschen, sprechen Sie uns gern an.
Inzwischen stehen uns sehr detaillierte Grundrisse zur Verfügung, die wir Ihnen auf Wunsch gern zusenden.
Wir danken Herrn Peter Schilling aus Reichenbach, Ortsteil Gosswitz, der uns freundlicherweise die Bilder mit den Winteransichten für diese Präsentation überlassen hat.